Wir besitzen sie alle, tragen sie jeden Tag und haben mindestens zehn, zwanzig, dreißig Paar im Schrank stehen: Schuhe! Aber wie entsteht eigentlich ein Schuh? Beim deutschen Hersteller Gabor durfte ich mir eine Schuhproduktion mal ganz genau anschauen: von der Idee der Designer über die Herstellung der einzelnen Teile, die Materialtests und die Zusammensetzung bis hin zum fertigen Schuh.

 

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Los geht’s im Kreativbüro der Designer. Hier entstehen die ersten Ideen und Skizzen. Auf dem obersten Bild könnt ihr die Zahl 4 1/2 auf dem Leisten erkennen. Sie steht für die Schuhgröße 37,5. Alle Musterschuhe werden zunächst in 37,5 gefertigt. Um einen ersten Eindruck vom neuen Schuhmodell zu bekommen, bekleben die Designer die Leisten mit verschiedenen Einzelteilen. In ihrem Büro liegen auch unterschiedliche Sohlen bereit. So können sie sich inspirieren lassen und verschiedene Looks zusammenstellen.

 

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Im Laufe seiner Herstellung geht ein Schuh durch mehr als 100 Paar Hände. In der Produktionsstätte in Rosenheim in der Nähe von München werden nur die Prototypen für Gabor hergestellt. In Serienproduktion gehen die Schuhe dann in anderen Fabriken in Portugal und der Slowakei.

 

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Manche Schuhe bestehen aus mehr als 240 Einzelteilen. Für einige Arbeitsgänge gibt es keine Maschinen. Daher wird zum Beispiel diese Flechtapplikation von Hand verwoben.

 

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Die verschiedenen Einlagen für das Fußbett warten hier im Regal. Die roten mit den spitzen Enden sind für Pumps gedacht.

 

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Stoffe, Ösen, Reißverschlüsse und Schmucksteine werden von unterschiedlichen Lieferanten angeliefert. In der Produktionsstätte von Gabor werden die einzelnen Teile zunächst im Labor getestet. Wie stark kann eine Sohle strapaziert werden, bis sie aufreißt? Wie oft kann man mit einem weißen Stoff über den Schuh reiben, bis er abfärbt? Lassen wasserfeste Schuhe wirklich kein Wasser durch? Wie hoch ist der Fettgehalt des Materials und wie oft lässt es sich knicken, bis unschöne Falten entstehen? Erst wenn alle Anforderungen erfüllt sind, kann das Teil in der Produktion verwendet werden.

 

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Endspurt: Durch kleine Nägel wird die Einlage mit dem Obermaterial verbunden. Eine große Maschine verklebt schließlich den Schuh mit der Sohle.

 

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Auch die Kartons, in denen die Schuhe zum Schluss verpackt werden, kommen erstmal auf den Prüfstand. Könnten sie im Lastwagen zu sehr herumrutschen? Könnte das Verpackungsmaterial den Schuh beim Transport aufrauhen? Erst wenn alles passt, kommen die nagelneuen Treter in den Karton – und landen schließlich in den Läden und am Ende in unserem Schrank.

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9 comments

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ich hatte sowas schon einmal in einer reportage gesehen, dein beitrag war auf jeden fall noch einmal sehr interessant :)
ich wünsche dir ein wundervolles 4. adventswochenende!

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Ein spannender Beitrag!

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Wow, 240 Einzelteile hätte ich nicht gedacht :) Schade dass sie bei Größe 37,5 loslegen – kein Wunder dass die Schuhe in Größe 42 dann oft nicht so harmonisch aussehen ;)

Liebste Grüße
Deine Romi
von http://www.romistyle.de

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Ja, das habe ich mir auch gedacht …. ;-)

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Wow das sieht wirklich super interessant aus! Ein wirklich schöner Post. :)
Liebst,
Any | Echo Of Magic

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Wow das ist wirklich interessant mal zu sehen, was für ein Vorgang eigentlich hinter der ganzen Herstellung steckt. Über solche Sachen macht man sich meistens gar keine Gedanken. Sehr tolle Beitrag, gefällt mir super gut !

Patty
http://www.measlychocolate.de

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In Italien war ich schon in einigen Schuhfabriken, das ist total interessant so etwas mal zu sehen!

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Klasse Post! Für mich, da ich ja für einen großen Schuh-Einzelhändler arbeite, und Schuhe sowieso über alles liebe, besonders interessant! :-*
Liebst ♥
kati
http://www.kationette.com

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da kann ich wirklich nur sagen… so ein toller Blogpost…
ich wünsche dir einen schönen Abend..
lg Tina von
http://www.beautiful-way-of-life.blogspot.de

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